Herrlichster Sonnenschein begleitete die Havelberger Ruderer bei ihrer Saisoneröffnung und der Taufe der „Frithjof II“.

„Frithjof“ war ein Wanderboot, das die Kriegswirren überstand und der Havelberger Ruderriege nach Ende des Zweiten Weltkrieges Fahrten möglich machte. Walter Jahnke hatte es sich 1940 gekauft und mit einem weiteren Boot bildete es den Grundstein dafür, dass der Rudersport 1947 wieder aufgenommen werden konnte. Daran erinnerte der Vorsitzende der Ruderriege Mathias Schulz am Sonnabendnachmittag, als nach dem Anrudern die Bootstaufe des neuen Wanderbootes stattfand.

 

Vereinsvorsitzender Mathias Schulz (links) begrüßte zur Bootstaufe neben vielen Aktiven auch ehemalige Mitglieder der Ruderriege Havelberg
 

Dieses konnte sich der Verein mit Unterstützung des Kreissportbundes leisten, der 50 Prozent der Kosten beisteuerte. KSB-Präsidentin Carola Schulz berichtete, dass der Sportbund den Vereinen solche Finanzspritzen dank der vom Landkreis für den Sport bereitgestellten Mittel zur Verfügung stellen kann. Sie zeigte sich erfreut, dass in der Ruderriege Jung und Alt gut vertreten sind und wünschte dem neuen Boot immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.

 

 

 

 

Das jüngste und das älteste Vereinsmitglied, Jannik Heyer (rechts) und Jürgen Welle, nahmen die Taufe der Frithjof II vor. Zum Einsatz kam dabei auch der alte Taufkelch der Ruderriege.

 

 

Der Havelberger Walter Jahnke war aktiver Wassersportler und hatte den Namen Frithjof in Anlehnung an den norwegischen Fridtjof Nansen gewählt, der sich etwa als Zoologe, Ozeanologe und Polarforscher einen Namen gemacht hat. Er war aber auch Diplomat und kümmerte sich um Kriegsflüchtlinge, zog Mathias Schulz den aktuellen Bezug des Bootsnamens „Frithjof II“ nicht nur zur Havelberger Geschichte, sondern auch zum aktuellen Geschehen. Die Taufe nahmen das älteste Vereinsmitglied Jürgen Welle und das jüngste Mitglied Jannik Heyer vor. Jannik durfte dafür den historischen Taufkelch nutzen, der ebenfalls aus der Zeit von Walter Jahnke stammt. Jürgen Welle hatte Fotos von der alten „Frithjof“ mitgebracht, die sich die Vereinsmitglieder und ihre Gäste, darunter viele Ehemalige, interessiert anschauten.

Zu den Ehemaligen gehört Fritz Kühn, der Neffe von Walter Jahnke. Er kann sich noch gut erinnern, wie er zunächst als Steuermann und später als „Ruderknecht“ im Einsatz war.

Über alte Ruderzeiten plauderten die Familien Kühn und Mertins, Jürgen Welle, Christian Block, Helmut Nitschke, Horst Steffen und Ilsegret Kripke beim Anrudern. Jürgen Welle hatte alte Fotos von der „Frithjof“ mitgebracht.

Am Vormittag hatten Rudersportler bereits eine Umfahrt über Quitzöbel vorgenommen. Am Nachmittag stiegen sie dann zum offiziellen Anrudern in die Boote. Die Jungfernfahrt mit der Frithjof II unternahmen Sören Wolff, Felix Rauls und Jannik Heyer.

Bei Kaffee und Kuchen und später am Grill wurde das Anrudern wieder ein erlebnisreiches Vereinstreffen.

Das Anrudern hat Ruderwartin Beate Gädeke auch genutzt, um die Kilometermeister auszuzeichnen. Sie erfasst die geruderten Kilometer aller Vereinsmitglieder ganz genau. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 14 700 Kilometer geschafft – 700 Kilometer mehr als im Jahr zuvor. Dass sie selbst daran mit 2693 Kilometern beteiligt war und somit Kilometermeisterin der Erwachsenen ist, ließ sie unerwähnt. Doch der Vorsitzende der Ruderriege Mathias Schulz, der auch gut auf dem Wasser unterwegs ist, würdigte dies.

Einen großen Anteil an der Kilometerleistung hat die Jugend mit einem Drittel der Gesamtkilometer. Bei der Jugend hat sich Felix Rauls mit 1553 Kilometern den Wanderpokal gesichert, bei den Kindern seine Schwester Pauline mit 1262 Kilometern. Diese kamen nicht nur bei Rennen zusammen, sondern auch bei Wanderfahrten.

Auch der weitere Rudernachwuchs war fleißig. Sören Wolff kam auf 701 Kilometer, Ben Kowanietz auf 367, Elias Leue auf 306 und der Jüngste, der neunjährige Jannik Heyer, auf 197 Kilometer.

Der Vereinsvorsitzende würdigte zudem die besonderen sportlichen Erfolge von Pauline Rauls.

So wurde sie mehrfach Landesmeisterin und deutsche Vizemeisterin. Mit einem Blumenstrauß dankte er für diese Leistungen. Trainer und Vater Torsten Rauls berichtete von gesundem Ehrgeiz, Trainingsfleiß und einer gewissen Härte gegen sich selbst, mit der Pauline diese Erfolge einfährt. Seit fünf Jahren trainiert sie das Rudern und er hofft, dass sie anderen Nachwuchssportlern als Vorbild gilt und später einmal möglichst als Übungsleiterin dem Verein erhalten bleibt.

 

Text + Foto:  Andrea Schröder, Volksstimme

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